Alle Fraktionen in der Altenstädter Gemeindevertretung haben am Donnerstag bei ihrer Sitzung eine gemeinsame Erklärung zu dem für heute geplanten Landesparteitag der NPD in der Waldsiedlung beschlossen. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Jürgen Seitz, las die Resolution unter dem Motto »Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt« vor: »Die NPD ist in Altenstadt nicht willkommen, weder zum Landesparteitag am 24. März noch zu einem anderen Anlass. Wir alle sind aufgerufen, frühzeitig demokratiefeindliche Tendenzen und Gewaltbereitschaft wahrzunehmen und ihnen entgegenzuwirken. Dieses Gedankengut muss in unserer Gesellschaft chancenlos bleiben.« Die Gemeinde, so Bürgermeister Norbert Syguda, habe rechtlich keine Handhabe, der NPD den vorgesehenen Veranstaltungsort zu verweigern. Deshalb wollten die Gemeindevertreter wenigstens über alle Fraktionsgrenzen hinweg Stellung beziehen.
Die Altenstädter Grünen organisieren für den heutigen Samstag von 14 bis 16 Uhr eine Kundgebung auf dem Josef-Schulmeister-Platz. Zur Teilnahme rufen viele Gruppen, Vereine und Parteien auf, so auch die Wetterauer Jusos. »Rechtsextremismus darf in unserer Gesellschaft keinen Raum finden. Wir können nicht zulassen, dass die NPD sich im Wetteraukreis mit ihrer menschenverachtenden Ideologie noch stärker verankert«, erklärt die Juso-Vorsitzende Elisa Scaramuzza.
Auch der DGB-Kreisverband unterstützt den Protest. »Es ist unerträglich, dass in Zeiten der NSU-Morde diese Partei im öffentlichen Raum für eine menschenverachtende Gesinnung werben darf, wo doch bekannt ist, dass ihre Mitglieder mit den Morden der letzten Jahre in einem unmittelbaren Zusammenhang stehen«, schreibt der DGB-Kreisvorsitzende Bernd Benölken. Die Mitglieder des Echzeller Vereins Grätsche gegen Rechtsaußen wollen ebenfalls an der Gegenveranstaltung teilnehmen. »Da sich diese Veranstaltung scheinbar nicht mehr mit einem Verbot durch die beteiligten Behörden verhindern lässt, rufen wir alle Demokraten dazu auf, den Funktionären der NPD, aber auch den Medien und Anwohnern zu zeigen, dass es in der Wetterau keinen Platz für Rechtsextremismus gibt«, sagt Vize-Vorsitzender Manfred Linss. Die Antifaschistische Bildungsinitiative (Antifa-BI) hat nach eigenen Angaben seit Montag 3000 Flyer verteilt. Man begrüße die klare Resolution der Altenstädter Parteien. Besonders erfreulich sei es dass sich über 20 Vereine und Kirchen sowien viele Privatpersonen gegen die Umtriebe der Neonazis ausgesprochen hätte
© Wetterauer Zeitung 24.03.2012