HR1 – Radiointerview vom 23.11.2011

Das Radiointerview wurde am 23.11.2011 anlässlich der Entlassung von Patrick W. aus der Untersuchungshaft mit Werner Schubert, Olivia Bickerle und Sabrina Lauster geführt.                  

                                                                                                                                   

 

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ZDF – heute journal vom 23.11.2011

Wie weit darf Rechts? Bürger wehren sich und werden bedroht. Ob in Echzell, Wetzlar oder anderswo. Wer schützt die Bürger und wie ernst nehmen es die Politiker mit Ihren Versprechen? Vor dem Hintergrund der bekanntgewordenen Terroranschläge in den letzten Wochen ist es gerade mal wieder sehr öffentlichkeitswirksam sich gegen rechts zu äußern. Doch Betroffene warten oft vergeblich auf Hilfe. Ein Bericht des heute journals.

 

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Wetterauer Zeitung – Mahnwache für die Opfer des rechten Terrors

Das feuchtkalte Wetter konnte die Menschen am Sonntag nicht davon abhalten, sich an der evangelischen Kirche zu einer Mahnwache für Demokratie und gegen Rechtsextremismus und Terror zu versammeln. Bürger versammeln sich zur Mahnwache gegen Rechtsextremismus und für Demokratie vor der Echzeller Kirche. Bürger versammeln sich zur Mahnwache gegen Rechtsextremismus und für Demokratie vor der Echzeller Kirche. Dem Aufruf zur Mahnwache des Vereins »Grätsche gegen Rechtsaußen« waren nicht nur Bürger in Echzell gefolgt. Auch in Florstadt, Wölfersheim, Friedberg, Butzbach, Reichelsheim und anderen Orten der Wetterau fanden sich Menschen zusammen, um mit Kerzen Opfern rechter Gewalt zu gedenken, sich mit ihnen solidarisch zu zeigen und ein Zeichen gegen den Rechtsextremismus zu setzen.

Manfred Linß von der »Grätsche« bedankte sich bei den Anwesenden für ihre Bereitschaft, an dieser Veranstaltung teilzunehmen und betonte, man sei nicht allein.

MahnwacheDie Mahnwache begann um 17 Uhr mit dem Ende des Gottesdienstes in der evangelischen Kirche. Dort hatte auch Pfarrer Heinz Weber das Thema aufgegriffen. Unter dem Titel »Schluss mit dem menschenverachtenden Tun« hatte die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau eine Erklärung abgegeben und somit den Protest gegen Rechtsextremismus unterstützt. Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen sollten ermutigt werden zur Zivilcourage und Projekten gegen Rassismus und Antisemitismus.

Die Gottesdienstbesucher schlossen sich der Mahnwache an und zündeten ebenfalls Kerzen an.

© Wetterauer Zeitung 20.11.2011

 

Wettbewerb „best 2011“ des Hessischen Jugendrings

Am 17.11.2011 fand im Hessischen Landtag die Preisverleihung an die Gewinner unseres Jugendarbeitspreises Best 2011 statt. Staatsminister und Schirmherr Stefan Grüttner sagte in seiner Würdigung: „Jugendverbände geben Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Kompetenzen zu erweitern, Verantwortung zu übernehmen, Selbstbewusstsein zu entwickeln und Gemeinschaft mit Gleichaltrigen zu erleben. Nicht selten werden Projekte verwirklicht und Angebote gemacht, die bis weit in die Gesellschaft hinein ihre Wirkung entfalten. Die mit dem Jugendarbeitspreis `best 2011´ prämierten Projekte sind dabei besonders beispielgebend“

Die Gewinner in den ausgeschriebenen Kategorien sind:

Kategorie 1 – Medienpädagogik

1. Preis – Ev. Jugendwerk Hanau: Verantwortung im Netz
2. Preis – GCL, Region West in Zusammenarbeit mit der FH Mainz: Weiter – der Film
3. Preis – KJG Fulda: Video-Wahlwerbespot zum Thema: Demokratie und Wahlen
4. Preis – SJD Die Falken – Hessen: Hörspielwerkstatt „Mut tut gut“ zum Thema Zivilcourage
5. Preis – Deutsche Jugend Rußland, Kreisgruppe Frankfurt: DJR-TV – Mitmach-Online-Fernsehen für die Jugend
5. Preis – (Punktgleich) Evangelische Jugend Dekanat Odenwald: Veranstaltungsradiao B 46 – zum Michelstädter Bienenmarkt

Kategorie 2 – Allgemeiner Preis

1. Preis – AG der Jugendwerke der Ev. Freikirchen – Jesus Gemeinde Dietzenbach und Ecclesia Gemeinde Darmstadt: Eine Schale Reis
2. Preis – Stadtjugendring Wiesbaden: Projektgruppe – „Kaputtsparen“
3. Preis – KJG Fulda: Integrative Ferienfreizeitangebote
4. Preis – Sportjugend Hessen in Kooperation mit dem Verein ‚Grätsche gegen Rechtsaußen‚: Festival gemeinsam gegen Rechtsaußen
5. Preis – BDKJ Darmstadt in Kooperation mit dem Spielekreis Darmstadt: Gesellschaftsspiele-Fest „Darmstadt spielt“

 

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Kreis-Anzeiger – „Sich erinnern bedeutet, wachsam zu sein“

(pha). Viele Besucher drängten sich auf den Bänken der evangelischen Kirche in Bisses, als Pfarrer Heinz Weber zu Beginn der Gedenkveranstaltung zu den Novemberpogromen, deren Bedeutung in zwei Sätzen zusammenfasste: „Die Opfer zu vergessen bedeutet, sie ein zweites Mal zu töten. Sich erinnern bedeutet, wachsam zu sein für die Zukunft.“

Der neu gegründete Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Echzell“ hatte gemeinsam mit den Echzeller Kirchengemeinden und dem Verein „Grätsche gegen Rechtsaußen“ anlässlich des Jahrestags der Novemberpogrome von 1938 zu einer Gedenkstunde in die Bisseser Kirche eingeladen, in deren Mittelpunkt die Opfer des Nationalsozialismus standen. Die Veranstalter erinnerten an Mitbürger, die verfolgt, gequält und ermordet worden waren.

Beispielhaft für die Schicksale jüdischer Mitbürger Echzells wurde die Geschichte von Julius Simon und seiner Familie angeführt. Ein fußballbegeisterter Metzger, 1920 Gründungsmitglied des SV Echzell, der 1931 noch zu dessen Vorsitzenden gewählt wurde. 1935 siedelte Julius‘ Familie nach Frankfurt um. Ein Teil der Kinder emigrierte in die Niederlande, doch überlebte niemand den Holocaust. Am 6. Oktober 1944 starben Julius Simon und seine Frau Milli sowie deren Vater im Konzentrationslager Auschwitz. Milli Simon hatte einen Bruder, Siegfried, der den Holocaust überlebte. Dessen 1928 in Gettenau als Marlies Simon geborene Tochter war zur Gedenkstunde angereist. Sie lebt heute unter dem Namen Miryam Marliese Laadai in Tel Aviv.

Ihr Vater Siegfried Simon hatte in den 1960er Jahren einen Brief geschrieben, der von Sabrina Lauster verlesen wurde. Zuvor hatte Gitta Seckel aus dem Buch „Gettenau, wie vieles früher einmal war“ einen Text über die in Gettenau lebende Lina Leopold verlesen. Da der Text auf Kindheitserinnerungen des Autors Gustav Helmut Schäfer beruhte, gewährte er den Anwesenden einen Einblick in das gemeinsame Leben von Juden und Christen in Echzell vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Die Anwesenden erhoben sich, als Dr. Christian Becker und Dr. Jochen Degkwitz 58 Namen jüdischer Echzeller Bürger verlasen, die nachweislich ermordet wurden. Die Recherchearbeit ist hier jedoch noch nicht abgeschlossen. Wie Degkwitz später erklärte, forsche der Arbeitskreis noch nach etwa zwei Dutzend in Echzell geborener Juden, deren Schicksal bisher ungeklärt sei.

Mit ruhigen aber auch aufrüttelnden Werken verliehen Dr. Ralf Schäfer an der Orgel und Johanna Backes an der Klarinette der Veranstaltung einen würdigen musikalischen Rahmen.

Die Psalmen, erklärte der katholische Pfarrer Wolfgang Kaiser, seien die ältesten gemeinsamen Gebete von Juden und Christen und verbänden so beide Religionen miteinander. So betete man gemeinsam den Psalm 126 und das Vaterunser.

Ein kurzer Gedenkmarsch im Kerzenschein endete auf dem Jüdischen Friedhof in Bisses. Dort sprach Bastian Roos das jüdische Totengebet „Kaddish Yatom“ in hebräischer Sprache, wofür sich Miryam Marliese Laadai besonders bedankte.

Nach jüdischer Sitte hinterließen die Teilnehmer der Gedenkfeier kleine Steine auf den Grabmälern. Noch lange nach dem Ende der Gedenkstunde standen Menschentrauben auf der Bisseser Straße, diskutierten und sprachen über das Gehörte und die Geschichte. 

© Frankfurter Rundschau 2010

 

 

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Kreis-Anzeiger – Über den Wert von Demokratie und Toleranz

(pha). Nein, das mögen Jugendliche nicht: Einfach jemanden vor die Nase gesetzt bekommen, der einen dann vertritt oder einem was zu sagen hat. Das beginnt bei den Klassensprechern, zieht sich über Vereine und endet später bei der Regierung. Auch wenn die 26 Konfirmanden aus Echzell und Bisses dort noch nicht mitwählen dürfen, wurde ihnen bewusst, wie wichtig freie Wahlen sind.

Dafür hatte die Auftaktveranstaltung des Lokalen Aktionsplans (LAP) gesorgt, in deren Rahmen sich die Jugendlichen mit Demokratie und Toleranz auseinandersetzten. In Zusammenarbeit mit Pfarrer Heinz Weber hatten Sabrina Lauster und Klaus Karger von der Regionalentwicklung Oberhessen gemeinsam mit den Jugendlichen eine Präsentation ausgearbeitet, die sie jetzt in der Alten Molkerei zeigten.

Demokratie und Toleranz sind nicht unbedingt Themen, mit denen sich Menschen in der Pubertät auseinandersetzen. Doch auf einzelne Punkte angesprochen, wie etwa die Wahl des Klassensprechers, erklärten die Jugendlichen, wie wichtig ihnen diese demokratischen Grundlagen sind, die sie bisher meist als selbstverständlich hingenommen hatten. Auch die Beschäftigung mit dem Thema Toleranz zeigte, dass man auch hier im täglichen Leben gefragt ist und der Teufel im Detail sitzt. In den anderen LAP-Kommunen Reichelsheim, Wölfersheim und Florstadt war die Auftaktveranstaltung bereits erfolgt. Echzell bildete in der ersten Runde nun den Abschluss. Im anschließenden Gespräch unter den Organisatoren in Echzell zeigte sich, dass alle mit dem Ergebnis zufrieden waren. Die Arbeit mit den Konfirmanden sei nicht immer einfach, waren sich die Verantwortlichen einig. Doch präge gerade dieser Lebensabschnitt den Menschen so stark, wie kein anderer. Aus eigener Erfahrung resümierte Pfarrer Weber: „Kämpfen lohnt sich!“

© Frankfurter Rundschau 2011

 

 

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Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG:

Grätsche gegen Rechtsaussen e. V.

Postfach 1102
61207 Echzell
Vertreten durch den Vorstand

Telefon:  0171-1960693

E-Mail:  administrator @ graetsche-gegen-rechtsaussen.info

 

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV: Manfred Linss

 

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