Wetterauer Zeitung – Bombendrohung gegen Antifa-BI-Vorsitzenden

Der Vorsitzende der Antifaschistischen Bildungsinitiative fühlt sich durch einen Kommentar im Internet bedroht. Urheber soll der »Schlitzer« sein. Der 25-Jährige bestreitet die Vorwürfe: »Ich habe das nicht geschrieben«, sagte der polizeibekannte Rechtsextreme aus Echzell der WZ.

Auf einem Facebook-Account war Mitte Februar gepostet worden, der Antifa-BI-Referent werde sich »wundern wenn sein Auto mit ihm in die Luft fliegt weil ein wenig zu viel Sprengstoff unterm Auto deponiert wurde«. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt, prüft aber auch, ob der Wortlaut überhaupt eine Bedrohung darstellt, sagte Sprecher Jörg Reinemer.

Im Internet wurde auch die Adresse des Mannes veröffentlicht, samt dem Hinweis: »Handy Nummer könnt ihr auch haben um etwas Terror zu machen.« Einen Tag zuvor hatte der Antifa-BI-Vorsitzende einen Vortrag an einer Berufsschule in Bad Nauheim gehalten. Dabei ging es auch um Patrick Wolf alias »Schlitzer« und seine »Old Brothers«. Einige Schüler hätten die Gruppe verteidigt, erinnert sich der Referent, hätten argumentiert, es sei alles gar nicht so schlimm, werde nur übertrieben dargestellt. Ähnlich ging es am darauffolgenden Tag auf einer Facebook-Seite weiter. Auf den Kommentar »Diese vollidioten keine ahnung von der materie« folgte die Drohung gegen den Referenten, geschrieben von einem Profil, das unter dem Namen »Patrick Paul Wolf« angemeldet ist.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, sagte der 25-Jährige gestern: »Ich kann mir nicht vorstellen, dass das von meinem Profil kam. Ich war das nicht.« Er habe den Post nicht einmal gelesen. Wer es stattdessen gewesen sein könnte, wisse er nicht. »Von mir haben viel zu viele Leute die Passwörter«, weil sein Rechner gehackt worden sei. Davon abgesehen, habe »sowieso jeder« die Adresse und Telefonnummer des Mannes.

Der Antifa-BI-Vorsitzende nimmt die Drohung ernst: »Weil es so viele Mitläufer gibt. Dass jemand auf dumme Gedanken kommen könnte, ist kein gutes Gefühl.« Er und seine Mitstreiter wollten ihre Vorträge nun verstärken. Sie seien eins der besten Mittel gegen Extremismus, denn »Bildung und Informationen helfen«. Gerüchte hingegen seien schwerer zu knacken, weil manche extremen Gruppierungen sektenähnliche Strukturen aufwiesen – »die Gegenargumentationen sind dann nicht mehr rational«. Einige könne man durch Vorträge inhaltlich überzeugen, »aber nicht alle«. Weil die Referenten altersmäßig nahe an den Schülern seien, könne man gut mit ihnen diskutieren. Das halte er auch für den »Grund für solche heftigen Reaktionen«, wie sie nun im Internet aufgetaucht sind. 

© Wetterauer Zeitung 07.03.2012

 

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