FR-Online – Polizei in Echzell – Empörung über rechte Gewalt

Nach dem Bericht über ein Video mit rechtsextremer Gewalt in Echzell weist die Polizei den Vorwurf der Tatenlosigkeit zurück. Die zu sehende Person habe nicht eingreifen dürfen. Von Bruno Rieb

Der Bericht der Frankfurter Rundschau über ein Video mit rechtsextremer Gewalt in Echzell auf der Internetplattform Youtube hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Das Medieninteresse an den Verhältnissen in Echzell sei nun enorm, berichtete gestern Olivia Bickerle, Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) gegen Rechts in Echzell.

Sie fordert eine stärkere Präsenz der Polizei in der Straße und eine intensivere Beobachtung der Rechtsextremen. Die Polizei sei bei dem Angriff der Rechten überfordert gewesen, urteilt Bickerle.

Die Polizei weist den Vorwurf der Tatenlosigkeit zurück. Zwar habe ein Polizist der Schlägerei nur zugesehen, räumt Jörg Reinmer, Sprecher der Polizei in Friedberg, ein. Es handele sich hier aber um einen Praktikanten, der nicht eingreifen durfte. Das Video zeigt den Mann, wie er auf der Straße – zwischen Streifenwagen und Schlägerei – nur hin und her läuft.

Ein anderer Beamte habe versucht, Schläger und Opfer zu trennen, sagt Reinmer. Dabei habe das Opfer die Hose verloren. Ein dritter Polizist sei in der Hofreite gewesen und habe sein Hemd gereinigt. Die Polizei sei bereits vor Ort gewesen – wegen Ruhestörung, die von der Hofreite des Rechtsextremen ausgegangen sei. Die Musik sei bereits leiser gedreht gewesen, als die Situation eskalierte.

Das Opfer, Bewohner des Nachbarhauses und Mitglied der BI, protestierte gegen die Videokameras des Rechtsextremen. Der hatte mit seinem Tätowierstudio Old Brothers und dem Versand von T-Shirts einschlägige Bekanntheit erlangt. Seine Hofreite nennt er „Old Brothers Castle“.

Zwei Kameras überwachen die Straße. Mit einer wurde das auf Youtube veröffentlichte Video aufgenommen. Es zeigt, wie ein Mann durch einem Schlägertrupp von einer Leiter gezerrt und ihm die Hose ausgezogen wird. Es ist unterlegt mit hämischen Kommentaren und wurde ins Internet gestellt, um die Bürgerinitiative einzuschüchtern.

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