Archiv der Kategorie: Solidaritätsbekundungen

SAE Studentenprojekt: Ein Video für die Grätsche

Sieben Studenten der SAE (School of Audioengineering) in Frankfurt haben ein tolles Projekt auf die Beine gestellt. Im Rahmen ihres Studiums entstand ein Video gegen Rassimus für mehr Toleranz gegenüber Flüchtlingen. Ein Aufruf zur Solidarität mit jenen, die alles verloren haben und deren einzige Rettung ein fremdes Land ist.

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Hier der Text zu diesem tollen Video, dass im Übrigen mit der Hilfe von Flüchtlingen entstand:

Verse 1
displaced by barbarous acts and
a divided view of creed
a shelter of planks and canvasses
provided the doomed to sheet

profane plain the valley
of scattered souls
separate by denomination
a lost generation grows

Ref
join together
realize we are one
united by a common fate where
noone is alone
should be the essence of the world

Verse 2
we payed with all the remaining
for the promised last resort
guideless it runs in rejection harbour
the supposed new life escort

never admired blossom
thrived in the murk
passed on to the next uncertanty
disposal of a lifework

Ref
join together
realize we are one
united by a common fate where
noone is alone
should be the essence of the world
realize we are one
and if the world is gone tomorrow
noone is alone
should be the essence of it all

Bridge
it is the time of offered choices
whom you will obey
it is the time of offered choices
whom you will obey

 

 

 

 

 

 

Grätsche erhält Spende der Klasse 8Gb der Gesamtschule Konradsdorf

Am 15.07.2014 erreichte uns der Brief mit der Spende der Klasse 8Gb der Gesamtschule Konradsdorf. Ein tolles und vorbildliches Engagement der Schüler, die anlässlich der Projekttage gegen Rassismus und Rechtsradikalismus den stolzen Betrag von 33,-€ für unsere Vereinsarbeit spenden konnten.

Vielen Dank dafür.

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„Grätsche gegen Rechtsaussen“ erhält Ehrenamtspreis der SPD-Wetterau 2013

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste, liebe Preisträger,

wenn wir in den vergangenen Jahren Vereine geehrt haben, waren das in aller Regel Vereine und Gruppierungen die schon seit Jahrzehnten aktiv waren. Wenn wir heute Abend einen Verein dabei haben, der als eV. erst seit 3 Jahren existiert, dann muss es wohl einen anderen Grund haben als die, sehr wichtige, Honorierung langjährigen Engagements. Hier und jetzt geht es um die besondere Aufgabenstellung die sich der Verein zu Eigen gemacht hat und um die Art und Weise wie er das tut.

Einem Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins, so beschreibt sich der Verein selbst auf seiner wunderbar aufgemachten und aktuellen Homepage. Das ist schon mal sehr ungewöhnlich in Zeiten, in denen politisches Engagement nicht gerade „in“ ist, und gerade junge Leute sich am ehesten noch an singulären Aktionen beteiligen, die sie gerade aktuell betreffen.

Und so ist es auch kein Zufall, dass der Anlass zur organisierten Arbeit ein aktuelles einzelnes Ereignis war, nämlich der Zuzug offensichtlich rechtsradikaler Menschen nach Echzell und in der Folge die mehr oder weniger offene Veranstaltung von Neonazitreffen in der dann in kurzer Zeit landesweit bekannten Hofreite. Es ehrt die Echzeller, das die bald gegründete Bürgervereinigung sehr deutlich dokumentiert hat, das Echzell das nicht gewillt ist zu akzeptieren und 2010 mit einem überregional wahrgenommenen Festival gegen rechts Aufmerksamkeit erregt hat.

In Echzell hat die Rechtsextremistische Gruppe eine perfide Mischung aus Jugendclub, tabledance-bar und Agitation benutzt um Jugendliche und junge Erwachsene in ihr Lager zu ziehen. Pöbeleien und Bedrohungen der Nachbarschaft waren an der Tagesordnung. Die unmittelbare Nachbarschaft aber auch der Rest des Ortes litt unter diesen Zuständen.

Letztlich, nachdem sich deutlich öffentlicher Protest artikuliert hat, sind die Protagonisten dann auch ins Visier der Staatsgewalt geraten, der Hauptdrahtzieher ist Ende 2012 wegen 44 verschiedener Delikte unter anderen Waffenbesitz, Drogenhandel und Volksverhetzung für 6 Jahre hinter Gitter gewandert, der Rest ist auf Tauchstation, das Gehöft verkauft.

Übrigens eine Parallele zu meiner Heimatstadt Butzbach, in der sich vor gut 10 Jahren ebenfalls junge Rechtsradikale niedergelassen haben und sogar eine Periode einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung hatten. Auch dort, so glaube ich, war es das überparteiliche Engagement vieler, die der Truppe klar gemacht haben, dass wir in unserer Stadt keinen Platz haben für Rassismus und Intoleranz. Der bekennende Neonazi samt Anhang ist dann ebenfalls schnell wieder weggezogen, nach diversen Zwangspausen in Strafanstalten, übrigens nach Ostdeutschland.

Aber das Grundproblem ist damit weder in Butzbach noch in Echzell, noch anderswo wirklich erledigt. Wie geht man damit um, das solche Menschen sogar bei einer Kommunalwahl genügend Stimmen für einen Sitz im Parlament bekommen. Wie geht man damit um, dass in immer noch zu vielen Köpfen Unwissen, Angst, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz eine so gefährliche Mischung ergeben.

Einige Aktive in Echzell haben offensichtlich auch sehr schnell gemerkt, das sich diese Problematik nicht in diesem einzelnen Vorgang in einem Ortsteil erschöpft, sondern, wenn man langfristig etwas dagegen tun will und auch damit Erfolg haben will, über die Ortsgrenzen hinaus aktiv werden muss und auch nach anderen Wegen suchen muss, die Menschen zu erreichen.

Das ist der eigentliche Grund warum wir ausgerechnet die „Grätsche“ hier ehren wollen, denn dafür wurde sie als eingetragener Verein mit Frau Bickerle an der Spitze im Oktober 2010 gegründet. Und sie hat sie dieses Anliegen seit Ihrem Bestehen mit Fantasie und Geschick umgesetzt.

Beispielgebend möchte ich hier erwähnen, die Aktion „Vereint Zeichen setzen“ mit der die „Grätsche“ im Verbund mit dem Sportkreis Wetterau, dem Musikzug Blofeld, dem SV Echzell, dem Tennisclub Florstadt Dem TV Gettenau und der SG Stammheim das bisher wohl größte und eindrucksvollste Zeichen für Demokratie und Toleranz in der Wetterau mit weit über 1000 Teilnehmern am 15.06.2013 organisiert hat.

Nur die Insider wissen, dass für so ein Projekt ein Vorlauf von etlichen Monaten nötig war, um die finanziellen, rechtlichen und organisatorischen Dinge ins Laufen zu bringen. Auch hierzu nochmals meinen herzlichen Glückwunsch. Ebenso ungewöhnlich ist die Präsenz eines solchen Vereins auf der Buchmesse in Frankfurt, wie gerade im Oktober geschehen. Nicht um sich selbst herauszustellen, sondern um, in Kooperation mit der Initiative „Respekt, kein Platz für Rassismus“ und anderen, das gemeinsame Anliegen einer möglichst großen Öffentlichkeit nahezubringen. Überhaupt erscheint mir als Stärke der „Grätsche“, dass sie mit den anderen Initiativen und Verbänden recht gut vernetzt ist etwa mit dem lokalen Aktionsplan BunterLeben oder dem Beratungsnetzwerk Hessen. Das gibt Ihr eine Reichweite die deutlich über die lokalen Grenzen hinausgeht. Auch die Vereinshomepage ist hier als aktuell und vorbildlich zu erwähnen und dient genau diesem Ziel. Sie ist bunt, sie ist informativ und vor allem nicht oberlehrerhaft und nicht trocken, wie einem solche Dinge beim besten Willen leider nur zu oft geraten.  Kurzum: die „Grätsche“ hat in dieser kurzen Zeit sehr viel zur Förderung des demokratischen Bewusstseins, wie es der Vereinnahme ja ausdrückt, beigetragen. Ich halte insbesondere den Kontakt mit den anderen Vereinen, gerade den Sportvereinen, die in unserer sich schnell wandelnden Gesellschaft noch am ehesten als Ansprechpartner für die heranwachsende Generation fungieren, für extrem wichtig. Ich freue mich sehr dass ganz viele Wetterauer Sportvereine, aber auch kulturschaffende Vereine oder die Feuerwehren, diese Aufgabe der demokratischen Erziehung und der Förderung des Gemeinsinns unserer jungen Menschen auch zunehmend erkennen und annehmen. Das ist wiederum auch ein Verdienst dieses Vereins, er hat dabei in den letzten Jahren eine hervorragende beratende, aufklärende und organisatorische Rolle gespielt. Ich wünsche Ihren Aktiven und insbesondere dem Vorstand, jetzt mit Manfred Linss an der Spitze, die Geduld und Ausdauer die es am Ende immer braucht, wenn man langfristig Erfolg haben will.

Herzlichen Glückwunsch zur Ehrung.

Dr. Matthias Görlach

 

 

 

 

 

Haben wir aus der Geschichte gelernt?

Leserbrief zu: 58-Jähriger von Rechtsextremen angegriffen, Wetterauer Zeitung vom 8. Juli 2010 

Martin Niemöller, ev. Geistlicher und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, sagte im Rückblick auf die schrecklichen Ereignisse des 3. Reiches: „Als sie die Juden holten, habe ich nicht protestiert, denn ich war ja Christ… als sie die Sozialdemokraten holten, da habe ich auch nicht protestiert, denn ich war ja kein Sozialdemokrat… als sie die Katholiken holten, habe ich nicht protestiert, denn ich war ja Protestant… als sie mich holten, war niemand mehr da der protestieren konnte!“ Doch halt, es geht nicht nur um die Vergangenheit – heute versucht der braune Mob immer wieder Fuß zu fassen-, bei uns! In Gettenau! Vor der Haustür!

Auf heute könnten wir das Niemöller-Zitat so umschreiben: „Als sie die Asylanten überfallen haben, da habe ich nicht protestiert, denn ich war ja kein Asylant. Als sie Ausländer zusammengeprügelt haben und Hetzparolen verbreitet haben, habe ich auch nicht protestiert, denn ich war ja kein Ausländer. Als sie die Leute in der Wiesengasse überfallen und zusammengeschlagen haben, da habe ich auch nicht protestiert, denn ich wohne ja nicht in der Wiesengasse…“ Und wenn sie eines Tages mich, Sie, jemanden von uns niedermachen und zusammenprügel? Gibt es dann auch niemanden mehr, der protestiert? Nein, soweit darf es nicht kommen! Angst, Schweigen, Wegschauen – das würde das Problem nur verschärfen. Dass sogar ein Beamter die Anwohner auffordert wegzuziehen, ist skandalös – jetzt stellt sich die Frage, haben wir aus der Geschichte gelernt. Leider wurden die schlägertrupps von SA und SS, verkrachte Existenzen, die schon damals Menschen um sich scharten, unterschätzt. Keiner kann sagen, das Problem „Wiesengasse“ betrifft mich nicht. Es geht um unsere Zukunft. Wie wird unsere Jugend geprägt? Jeder ist gefragt, noch können wir eine schlimmere Entwicklung verhindern – wenn alle zusammenhalten – alle Menschen guten Willens, über konfessionelle, religiöse und politische Grenzen hinweg. Unterstützen Sie die Arbeit der „Grätsche gegen Rechtsaußen“ und auch das Festival am 28. August 2010, „Gemeinsam gegen Rechts“. 

Wolfgang Kaiser – Pfarrer aus Wölfersheim 

Lagergemeinschaft Auschwitz ruft zur Teilnahme an Echzell-Festival „gegen Rechtsaußen“ auf !

„Die Menschen in Echzell sollen wissen, dass sie nicht allein sind, wenn sie sich dagegen wehren, dass sich Rechtsextreme und Neonazis in ihrer Gemeinde festsetzen wollen. Deshalb sind alle demokratisch gesinnten Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, am 28. August am Echzell-Festival „Gemeinsam gegen Rechtsaußen“teilzunehmen.“ Das schreibt der Vorsitzende der Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer, Uwe Hartwig, in einer Presseerklärung. Hartwig weist darauf hin, dass Rechtsextreme und Neonazis immer wieder versuchen, sich in verschiedenen Konstellationen in einzelnen Gemeinden festzusetzen. Der entschlossene und unmissverständliche Widerstand der betroffenen Bürgerinnen und Bürger habe zusammen mit der Unterstützung von Organisationen, Vereinen, Kirchen und demokratisch gesinnten Menschen aus der nahen und weiteren Umgebung das Einnisten von Neonazis verhindern können.“Das wird auch in Echzell so sein“, hofft Hartwig.

Fahrlässig sei es, solche Vorgänge als Einzelfälle herabspielen zu wollen. In ganz Europa machten zur Zeit rechtsextreme und antisemitische Bewegungen auf sichaufmerksam. Dabei stelle sich immer wieder heraus, dass die verschiedenen Akteure und Organisationen heimlich ihre Vernetzung betreiben und ihr Erscheinungsbild und Auftreten wandeln und an gesellschaftliche Strömungen anpassen.Gewaltbereitschaft und oft auch Gewalttätigkeit und ihr menschenfeindliche, antisemitische und rassisitische Ideologie bleiben sich jedoch in allen Erscheinungsformen gleich, stellt der Vorsitzende der Lagergemeinschaft Auschwitzfest.

„Die Bürgerinnen und Bürger von Echzell, ihre Vereine und die Gemeinde haben fürden 28. August eine Veranstlaung mit einem Programm vorbereitet, das allerUnterstützung wert und für alle Beteiligten auch lohnend ist“, heißt es im Aufruf derLagergemeinschaft.

Uwe HartwigVorsitzender

Gemeinderesolution Juni 2010

Gemeinde Echzell

– Der Gemeindevorstand –

An alle Echzeller Bürgerinnen und Bürger Resolution gegen Rechtsextremismus Wir stehen ein für ein menschliches, weltoffenes und tolerantes Echzell, für das friedliche Zusammenleben aller Menschen, ungeachtet ihrer Weltanschauung, sexuellen Orientierung, Behinderung, Religion, Kultur, Herkunft oder Hautfarbe. Hass und Gewalt, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus dürfen in unserer Gemeinde keine Chance haben. Daher rufen wir alle Echzeller Bürgerinnen und Bürger auf, mit uns gemeinsam für diese Ziele einzutreten. Mit Mut, Entschlossenheit und Zivilcourage wollen wir zusammenstehen gegen das Wegschauen und die Gleichgültigkeit. Der Gemeindevorstand und die Gemeindevertreterversammlung der Gemeinde Echzell erklären, dass sie alles unternehmen werden, diese Ziele zu wahren. Die Gemeinde Echzell wird alle rechtlichen Möglichkeiten wahrnehmen, die Aktivitäten der Rechtsextremen in Echzell zu unterbinden. Zusammen mit der Echzeller Bürgerinitiative für Demokratie „Grätsche gegen Rechtsaussen“ und der Bürgerschaft der Großgemeinde Echzell werden wir dafür eintreten, dass Rechtsextremismus in unserer Gemeinde keine Chance haben wird. Wir wollen, dass in Echzell kein Mensch Angst haben muss vor Verfolgung und Gewalt. (Diese Resolution hat die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 21. Juni 2010 einstimmig beschlossen und verabschiedet.)

Der Gemeindevorstand

gez. D. Müller Bürgermeister

 

 

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