Fußball für “Demokratie und Toleranz“

{gallery width=150 height=100 alignment=left-float padding=2}aktivitaeten/pics/fussballturnier.jpg{/gallery}Am Samstag, den 14.04.2012 findet auf dem Sportplatz von Langgöns ein Fussballturnier für „Toleranz und Demokratie“ statt, zu dem das Bündnis für Toleranz und Demokratie und die Jugendpflege der Gemeinde Langgöns eingeladen hat. Die Grätsche gegen Rechtsaussen e.V. kann in Zusammenarbeit mit dem SV 1920 Echzell e.V. ebenfalls eine Mannschaft stellen und somit an diesem Turnier teilnehmen. Es wird auf einem Kleinfeld gespielt wobei die Mannschaftsgröße auf sechs Personen und einem Ersatzspieler begrenzt ist.  
Es werden noch Mannschaften im Kreis Gießen, Lahn-Dill-Kreis und Wetteraukreis gesucht, die Lust haben einen schönen Tag mit Fußball, Grillwurst, Kuchen und bestimmt gutem Wetter zu verbringen.

Unser besonderer Dank gilt Peter Ulrich vom SV 1920 Echzell e.V. für die schnelle und unkomplizierte Hilfe beim Zusammenstellen einer Mannschaft. Überdies übernimmt Herr Ulrich die Betreung der Manschaft am Veranstaltungstag. 

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Email: jugend_langgoens@web.de und unter Tel.: 06403-7753539 

     

 


Frankfurter Rundschau – 250 Menschen demonstrieren in Altenstadt

Beim NPD-Landesparteitag wird Daniel Knebel zum neuen Landeschef gewählt. Hunderte Menschen demonstrieren gegen die NPD-Versammlung.

Etwa 250 Menschen haben am Samstagnachmittag in Altenstadt gegen den Landesparteitag der hessischen NPD demonstriert. Die rechtsextreme Partei hatte sich von 13 Uhr an das Gemeinschaftshaus in der Waldsiedlung reserviert, unter anderem, um einen neuen Landesvorsitzenden zu wählen.

Die vom Altenstädter Ortsverband der Grünen angemeldete Gegenkundgebung auf dem etwa 100 Meter entfernten Josef-Schulmeister-Platz war von 14 bis 16 Uhr genehmigt. Mehrere Initiativen, Verbände, Vereine und Parteien aus der Region hatten zur Teilnahme aufgerufen. Mit Redebeiträgen, Musik, Transparenten und Infoständen protestierten sie friedlich gegen das NPD-Treffen, bei dem der bisherige Hessen-Vize Daniel Knebel zum neuen Landeschef gewählt wurde. Laut Polizei waren etwa 80 NPD-Anhänger zum Parteitag gekommen. Dieser endete etwa gegen 16 Uhr, und es schloss sich eine als „öffentliche Saalveranstaltung der NPD zur Bürgermeisterwahl“ deklarierte Veranstaltung an.  

Denn der erst vor kurzem nach Altenstadt gezogene Daniel Knebel steht nun nicht nur dem NPD-Landesverband vor, er kandidiert in dem Wetterau-Ort auch für die Bürgermeisterwahl am 1. April. Unter anderem deswegen hat die Gemeinde der NPD das Gemeinschaftshaus nicht verweigert. Hätte sie das getan, hätte Knebel die für ihn ohnehin chancenlose Wahl anfechten können mit der Begründung, er sei im Wahlkampf behindert worden. Dies sei jedoch nicht der Hauptgrund, weshalb man nichts habe gegen das Treffen ausrichten können, sagt der Altenstädter Bürgermeister Norbert Syguda (SPD). „Als zugelassene Partei genießt die NPD nun mal das Recht auf Versammlungsfreiheit.“

Knebel werden Kontakte in die gewaltbereite Szene nachgesagt 

Entsprechend plädierten viele Redner auf der Gegendemonstration dafür, endlich das Verbotsverfahren gegen die NPD auf den Weg zu bringen. Es gehe nicht an, dass sie sich „unter dem Deckmantel der Demokratie öffentliche Gebäude sichert“, sagt der Grüne Landtagsabgeordnete Jürgen Frömmrich. Und das, obwohl sie selbst eine menschenverachtende, undemokratische“ Partei von „Neo-Faschisten“ sei. „Dass sie sich hier treffen können und wir ihnen dafür auch noch Räumlichkeiten zur Verfügung stellen müssen, ist unerträglich“, sagt die SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl. Ulrich Wilken von der Landtagsfraktion der Linken ärgert sich nicht nur darüber, „dass diese braune Brut wie selbstverständlich in unseren Häusern tagt“, sondern auch „über jeden Haushaltsbericht, in dem steht, wie viel Geld die Nazis bekommen“ sowie über die V-Leute und die vermeintlich „wichtigen Erkenntnisse“, die sie lieferten. „Wo waren denn diese wichtigen Erkenntnisse, als die NSU gemordet hat?“ 

Auch die Verbindungen der NPD in die militante Neonazi-Szene, zu den Freien Kameradschaften und den Autonomen Nationalisten, sowie Bezüge zu den rechten Terroristen und Mördern der NSU werden in den Redebeiträgen immer wieder angeprangert. Was besonders im Hinblick auf den neuen NPD-Chef bedeutsam ist. Dem 1984 geborenen Daniel Knebel werden enge Kontakte in die gewaltbereite Neonazi-Szene nachgesagt. Und er gibt diese sogar unumwunden vor Presse und Kamera zu, als er als frisch gewählter NPD-Landeschef gegen 15 Uhr aus dem Dorfgemeinschaftshaus tritt. „Ja, ich habe Kontakte zu Freien Nationalisten, und die möchte ich auch weiter halten.“ Aber das bedeute nicht, „dass ich auch militant bin“. Im Übrigen tue es ihm „nicht weh“, sich von den Morden der NSU zu distanzieren.

Eine knappe Stunde später endet der Parteitag, die NPDler singen das Deutschlandlied, alle drei Strophen. Und die Versammlung im Saal bekommt Zuwachs: Autos mit auswärtigen Kennzeichen mit Ziffern wie 1488 (die 14 steht im rechten Zahlencode für den aus 14 Wörtern bestehenden Kampfruf des amerikanischen Rechtsextremisten David Lane, die 88 steht für „Heil Hitler“) fahren vor, junge Männer mit kurzgeschorenem Haupt und tätowierten Gliedmaßen marschieren auf, auch ein paar nicht minder martialisch anmutende Frauen sind dabei. Schwer vorstellbar, dass sie gekommen sind, um sich über die Altenstädter Bürgermeisterwahl und den Kandidaten Daniel Knebel zu informieren. Zumal, da die „öffentliche Saalveranstaltung“ fünf Euro kosten soll.

Tatsächlich dürften die ab etwa 16 Uhr eintreffenden Rechtsextremen eher wegen des Liedermachers angereist sein, der das braune Publikum mit entsprechender Musik beglückt. Auch die Polizei geht zu diesem Zeitpunkt längst von einem Konzert aus, gegen das allerdings nicht viel zu machen sei, sagt Sprecher Jörg Reinemer. Biertrinken und Musikhören im Anschluss an eine Parteiveranstaltung sei schließlich nicht verboten. Das gelte nun mal auch für die NPD. Und die hat das Gebäude der Gemeinde Altenstadt für die ganze Nacht gemietet.

Weiße Rosen gegen braune Gewalt 

Auf dem 100 Meter entfernten Josef-Schulmeister-Platz hingegen löst sich die Gegendemonstration wie vereinbart um 16 Uhr auf. Es mache ihn allerdings „stinksauer, dass die NPD ihre Veranstaltung durchziehen kann und dann auch noch ein Rechtsrock-Konzert dranhängt“, sagt Andreas Balser, Vorsitzender der Antifaschistischen Bildungsinitiative Wetterau (Antifa-BI), die die Kundgebung mitorganisiert und unter anderem „weiße Rosen gegen braune Gewalt“ verteilt hat. Mit tausenden Flyern hat sie versucht, Menschen zum Protest zu bewegen. Dass dem Aufruf dann nur etwa 250 gefolgt seien – die Polizei spricht sogar nur von 150 – sei schade, aber man sei dennoch zufrieden, „weil es immerhin gelungen ist, viele verschiedene Gruppen zu mobilisieren, vom Christ bis zum Punk“. So sieht es auch Karl Ventulett vom Altenstädter Ortsverband der Grünen, der die Demo angemeldet hat. „Wir haben der NPD ein breites Spektrum an Gegnern präsentiert und wir haben friedlich gegen diese Kerle demonstriert.“ 

Nichtsdestotrotz bleibt eine gewisse Enttäuschung über die eher geringe Teilnehmerzahl. „Eigentlich hatten wir mal vor, die Versammlung der NPD zu blockieren“, sagt Hans Christoph Stoodt von der Anti-Nazi-Koordination Frankfurt, die mit etwa zehn Mitgliedern nach Altenstadt gekommen ist. Doch für Blockaden seien einfach zu wenige da. „Das ist heute einfach ein ungünstiger Termin, verweist Stoodt auf die große Anti-Fluglärm-Demo in Frankfurt sowie auf ein Vorbereitungstreffen für die Anti-Kapitalismus-Demo am 31. März soll. „Alles, was links ist, ist heute irgendwie in Frankfurt unterwegs.“

Zumindest die Polizei ist zufrieden mit dem Verlauf der Gegenkundgebung. Den „mehreren Dutzend“ Einsatzkräften sei es gelungen, „einen friedlichen und störungsfreien Ablauf zu gewährleisten“, teilte Sprecher Jörg Reinemer mit. Die Besucher der NPD-Veranstaltung seien kontrolliert worden, in zwei Autos habe man CDs mit Musik sichergestellt, die nun auf möglicherweise strafrechtlich relevante Inhalte zu überprüfen seien. In einem dritten Auto sei außerdem ein Messer gefunden worden.  

© Frankfurter Rundschau 26.03.2012

 

Wetterauer Zeitung – Polizei: 150 Menschen protestieren friedlich gegen NPD

Altenstadt (dpa/dab). Rund 150 Menschen haben am Samstag in der Waldsiedlung gegen den Landesparteitag der rechtsextremen NPD demonstriert. Quer durch alle demokratischen Parteien seien Menschen vertreten gewesen, sagte Andreas Balser von der Antifaschistischen Bildungsinitiative.

»Vom Jugendlichen bis zum Rentner.« Es habe Redebeiträge gegeben, eine Resolution gegen Neonazis sei verlesen worden. »Die Stimmung ist friedlich und sonnig«, sagte Balser.

Auch Landtagsabgeordnete nahmen an der Kundgebung teil. Die Rechtsextremismus-Beauftragte der SPD-Landtagsfraktion, Lisa Gnadl, sprach sich für ein NPD-Verbot aus. »Die dumpfe, menschenverachtende und verfassungsfeindliche Ideologie der NPD muss unsere Demokratie nicht ertragen«, sagte sie bei den Protesten. Die Kundgebung hatten die Altenstädter Grünen angemeldet.

 Während nach Angaben der Polizei die etwa 150 Menschen friedlich demonstrierten, waren zur Veranstaltung der NPD, bei der Daniel Knebel zum neuen Landesvorsitzenden gewählt wurde, etwa 80 Personen gekommen. Nennenswerte Vorkommnisse habe es keine gegeben, so Polizeisprecher Jörg Reinemer.  

© Wetterauer Zeitung 25.03.2012

 

 

Frankfurter Neue Presse – Protest gegen NPD-Parteitag in Altenstadt

Altenstadt. Rund 250 Menschen haben am Samstag in Altenstadt im Wetteraukreis gegen einen Landesparteitag der rechtsextremen NPD demonstriert.

Demonstration gegen Rechts
Quer durch alle demokratischen Parteien seien Menschen vertreten gewesen, sagte Andreas Balser von der Antifaschistischen Bildungsinitiative. «Vom Jugendlichen bis zum Rentner.» Es habe Redebeiträge gegeben, eine Resolution gegen Neonazis sei verlesen worden. «Die Stimmung ist friedlich und sonnig», sagte Balser. 

Resolution verlesen
Auch Landtagsabgeordnete nahmen an der Kundgebung teil. Die Rechtsextremismus-Beauftragte der SPD-Landtagsfraktion, Lisa Gnadl, sprach sich für ein NPD-Verbot aus.«Die dumpfe, menschenverachtende und verfassungsfeindliche Ideologie der NPD muss unsere Demokratie nicht ertragen», sagte sie bei den Protesten. 
Der Verein «Grätsche gegen Rechtsaussen e.V.» hatte zu der Veranstaltung aufgerufen. Er wolle den Funktionären der NPD zeigen, «dass es in der Wetterau keinen Platz für Rechtsextremismus gibt».

© Frankfurter Neue Presse 24.03.2012

 

 

Wetterauer Zeitung – »Bunt statt braun«: Viele rufen zu Teilnahme an Kundgebung auf

Alle Fraktionen in der Altenstädter Gemeindevertretung haben am Donnerstag bei ihrer Sitzung eine gemeinsame Erklärung zu dem für heute geplanten Landesparteitag der NPD in der Waldsiedlung beschlossen. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Jürgen Seitz, las die Resolution unter dem Motto »Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt« vor: »Die NPD ist in Altenstadt nicht willkommen, weder zum Landesparteitag am 24. März noch zu einem anderen Anlass. Wir alle sind aufgerufen, frühzeitig demokratiefeindliche Tendenzen und Gewaltbereitschaft wahrzunehmen und ihnen entgegenzuwirken. Dieses Gedankengut muss in unserer Gesellschaft chancenlos bleiben.« Die Gemeinde, so Bürgermeister Norbert Syguda, habe rechtlich keine Handhabe, der NPD den vorgesehenen Veranstaltungsort zu verweigern. Deshalb wollten die Gemeindevertreter wenigstens über alle Fraktionsgrenzen hinweg Stellung beziehen. 

Die Altenstädter Grünen organisieren für den heutigen Samstag von 14 bis 16 Uhr eine Kundgebung auf dem Josef-Schulmeister-Platz. Zur Teilnahme rufen viele Gruppen, Vereine und Parteien auf, so auch die Wetterauer Jusos. »Rechtsextremismus darf in unserer Gesellschaft keinen Raum finden. Wir können nicht zulassen, dass die NPD sich im Wetteraukreis mit ihrer menschenverachtenden Ideologie noch stärker verankert«, erklärt die Juso-Vorsitzende Elisa Scaramuzza. 

Auch der DGB-Kreisverband unterstützt den Protest. »Es ist unerträglich, dass in Zeiten der NSU-Morde diese Partei im öffentlichen Raum für eine menschenverachtende Gesinnung werben darf, wo doch bekannt ist, dass ihre Mitglieder mit den Morden der letzten Jahre in einem unmittelbaren Zusammenhang stehen«, schreibt der DGB-Kreisvorsitzende Bernd Benölken. Die Mitglieder des Echzeller Vereins Grätsche gegen Rechtsaußen wollen ebenfalls an der Gegenveranstaltung teilnehmen. »Da sich diese Veranstaltung scheinbar nicht mehr mit einem Verbot durch die beteiligten Behörden verhindern lässt, rufen wir alle Demokraten dazu auf, den Funktionären der NPD, aber auch den Medien und Anwohnern zu zeigen, dass es in der Wetterau keinen Platz für Rechtsextremismus gibt«, sagt Vize-Vorsitzender Manfred Linss. Die Antifaschistische Bildungsinitiative (Antifa-BI) hat nach eigenen Angaben seit Montag 3000 Flyer verteilt. Man begrüße die klare Resolution der Altenstädter Parteien. Besonders erfreulich sei es dass sich über 20 Vereine und Kirchen sowien viele Privatpersonen gegen die Umtriebe der Neonazis ausgesprochen hätte

© Wetterauer Zeitung 24.03.2012

 

 

FAZ – Altenstadt will Zeichen gegen rechte Szene setzen

In dem Ort soll es am Samstag eine Veranstaltung der hessischen NPD geben. „Klar ist, die NPD ist hier nicht willkommen“, erklärte Altenstadts Bürgermeister Norbert Syguda (SPD) am Freitag die Gegenaktion. Mit der Kundgebung will sich die 12.000-Einwohner-Gemeinde für mehr Toleranz stark machen.

Altenstadt steht dabei nicht alleine da. Die Wetterau gilt als ein Schwerpunkt der rechten Szene in Hessen – was die Region nicht hinnehmen will. So ruft unter anderem der Verein „Grätsche gegen Rechtsaußen“ aus dem nahen Echzell zur Teilnahme an der Protestaktion auf. Auch die „Antifaschistische Bildungsinitiative“ – ebenfalls aus der Wetterau – hofft auf einen „breiten, entschlossenen und friedlichen Protest“.

Folgt ein neuer Anlauf für das NPD-Verbot?
„Die Region hält absolut zusammen“, betonte Syguda, der bei der Bürgermeisterwahl in einer Woche wiedergewählt werden will. Er tritt gegen zwei Herausforderer an, einer kandidiert für die NPD. Nach Worte des Rathauschefs stehen die Altenständer gemeinsam gegen die ungebetenen Gäste ein. Alle Fraktionen der Gemeinde hätten eine gemeinsame Erklärung gegen Rechts abgegeben.

Das NPD-Treffen habe er als Rathauschef nicht verhindern können, sagte Syguda. „Es geht nicht, dass man ein Versammlungsrecht verweigert, die NPD ist noch eine erlaubte Partei.“ Zudem wären rechtliche Schritte dagegen nicht durchsetzbar gewesen. Er hoffe aber, dass die Zusammenkunft ein einmaliger Vorgang in Altenstadt bleibt.

Die Innenminister haben der NPD mittlerweile den Kampf angesagt. Neun Jahre nach dem Scheitern des NPD-Verbots wollen sie wieder systematisch Beweise gegen die rechtsextreme Partei sammeln. Ob ein neuer Anlauf für ein Verbot der NPD kommt, ist aber weiter offen. 

© Frankfurter Allgemeine Zeitung 23.03.2012

 

 

Wetterauer Zeitung – »Schlitzer« Patrick Wolf wird in Kürze vor Gericht gestellt

Patrick Wolf muss sich in Kürze vor dem Landgericht Gießen wegen unerlaubten Handels und Einführens von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten.

Wolf wurde die Anklageschrift zugestellt, über den Termin für die Hauptverhandlung entscheidet nun das Landgericht, teilte Ute Sehlbach-Schellenberg von der Staatsanwaltschaft Gießen auf WZ-Nachfrage mit. Laut dessen Sprecher Dr. Dietwin Johannes Steinbach könnte das im Mai der Fall sein.

Aller Voraussicht nach werden dann auch weitere Verfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung, der Körperverletzung und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr mitverhandelt. Die Mindeststrafe sieht zwei Jahre Gefängnis vor. Wolfs mutmaßlicher Komplize beim Drogenschmuggel, ein 22-Jähriger, wurde im Oktober zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

Wolf, ein polizeibekannter Rechtsextremer, wegen dem es in der Vergangenheit immer wieder Ärger in der Wiesengasse in Gettenau gegeben hat, soll illegal Drogen nach Deutschland eingeführt haben, um damit zu handeln. Konkret geht es um 4,5 Kilogramm Amphetamin und rund 600 Gramm Marihuana. Der Zugriff erfolgte im Juli 2011, als der »Schlitzer« von einer mutmaßlichen Drogenfahrt gerade nach Hause kam. »Er wurde auf frischer Tat ertappt«, berichtete Sehlbach-Schellenberg damals. Wolf habe die Drogen noch im Rucksack gehabt.

Der heute 26-Jährige kam seinerzeit in Untersuchungshaft. Mitte November war der Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Wolf musste eine Fußfessel tragen – bis Montag vergangener Woche. Seither sitzt er wieder hinter Gittern: Seine beiden Bewährungsstrafen, wegen gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung, waren im Hinblick auf das Betäubungsmittel-Verfahren widerrufen worden.

Im Fall der Bombendrohung gegen den Antifa-BI-Vorsitzenden im Internet wird weiter ermittelt. »Es ist auf keinen Fall so, dass wir Herrn Wolf als Verdächtigen ausschließen können«, sagte Polizeisprecher Jörg Reinemer. 

© Wetterauer Zeitung 23.03.2012

 

Nein zur Hessen-NPD in Altenstadt

Verein ruft zur Teilnahme an Gegenveranstaltung auf! Die Wetterau ist kein Platz für Rechtsextremisten

Am 24.3.2012 von 13.00-16.00 Uhr findet der Landesparteitag der NPD im Ortsteil Waldsiedlung der Gemeinde Altenstadt in der Philipp-Reis-Straße 7 statt.

Der Verein „Grätsche gegen Rechtsaussen e.V.“ ruft alle Demokraten dazu auf, am 24. März in Altenstadt, an der geplanten Gegenveranstaltung teilzunehmen.

Das Bündnis90/Die Grünen, Ortsverband Altenstadt, hat eine Gegenveranstaltung angemeldet und genehmigt bekommen. Sie findet zwischen 14.00 und 16.00 Uhr auf dem Josef-Schulmeister-Platz statt.

Der Platz liegt Herrnstr./Ecke Finkenweg, gut 100 m vom Dorfgemeinschaftshaus, in der Philipp-Reis-Str., entfernt.

Der Verein „Grätsche gegen Rechtsaussen e.V.“ unterstützt ausdrücklich diese Gegenveranstaltung in Altenstadt und wird auch daran teilnehmen!

Die Nähe von einigen NPD Mitgliedern zu den Terroristen der Zwickauer Zelle lässt nach unsere Auffassung einen eindeutigen Trend innerhalb dieser Partei erkennen, der gegen unsere demokratische Grundordnung gerichtet ist. Ehemalige Mitglieder und Funktionäre waren sogar Helfershelfer der NSU. Mitglieder dieser Partei sind immer wieder in Strafprozesse wegen Delikten wie z.B. Volksverhetzung und Körperverletzung verwickelt. In Anbetracht der doch sehr kleinen Mitgliederzahlen der NPD handelt es sich, im Verhältnis zur Mitgliederzahl, um eine enorm hohe Zahl von strafrechtlich auffällig gewordenen Mitgliedern, wie es in keiner anderen der demokratischen Parteien Deutschlands auch nur annähernd der Fall ist. Das menschenverachtende Gedankengut, dass von dieser Partei kommuniziert wird, ist nicht vereinbar mit den Werten einer humanistischen Gesellschaft in der ethische und moralische Grundwerte hochgehalten werden und alle Menschen, egal welcher Abstammung, gleich behandelt werden.

Jedem Versuch dieser Partei sich zu organisieren sollte alles was einer Demokratie an legalen Mitteln zur Verfügung steht, entgegengesetzt werden.

Da sich diese Veranstaltung scheinbar nicht mehr mit einem Verbot durch die beteiligten Behörden verhindern lässt, rufen wir alle Demokraten dazu auf von Ihrem demokratisch verbrieften Recht auf Protest und Meinungsfreiheit, am 24.3.2012, Gebrauch zu machen und den Funktionären der NPD, aber auch den Medien und den Anwohnern, zu zeigen, dass es in der Wetterau keinen Platz für Rechtsextremismus gibt!

Wir wollen keine Nazis; nicht in der Wetterau, nicht in Hessen und anderswo!

 

 

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Frankfurter Neue Presse – Er schaut Rechten auf die Finger

Andreas Balser kämpft für eine multikulturelle Wetterau – und muss dafür Bedrohungen verkraften

Von Thomas Kopp

Andreas Balser aus Friedberg sind politisch Rechte seit vielen Jahren ein Dorn im Auge: Er setzt auf Bildung und sucht das Gespräch, um vor allem junge Leute von rechten Rattenfängern wegzubringen. Für sein Engagement wird er des öfteren beleidigt, er erhält Drohungen auf der Straße. „Das ist normal“, sagt er. Doch nicht normal ist der jüngste Auswuchs. Im Nachgang zu einem bildunspolitischen Auftritt in Bad Nauheim erhielt er eine Bombendrohung über Facebook (vergleiche auch unten stehenden Bericht „Die Furcht vor Trittbrettfahrern“).

Die Bedrohung wurde von einem Protagonisten der rechten Szene, Patrick W. aus Echzell, ins Netz gestellt – oder zumindest über sein Profil. Der Mann, der sich selbst „Schlitzer“ nennt (vergleiche Bericht „Als der ,Schlitzer‘ ins ,Brausebad‘ einlud“), betreibt ein Tätowierstudio, vertreibt dort auch T-Shirts rechter Herkunft und gibt Partys. Seine Anwesenheit in Echzell hat zur Gründung der Initiative „Grätsche gegen Rechtsaußen“ geführt. 

An Sekte erinnert

„Ich war geschockt, als ich einen Anruf von Schülern erhielt, die mich auf den Eintrag bei Facebook aufmerksam gemacht haben“, schildert Andreas Balser. Und er hat sofort bei der Polizei angerufen und Anzeige erstattet. Drohungen, Pöbeleien, E-Mails und Anrufe sei er gewöhnt, „aber das war heftig.“ 

Auslöser war ein Seminar über Rechtsextremismus, das Balser in der Berufsschule Wetterau in Bad Nauheim abhielt. Dort geht Balser auf Erkennungszeichen ein, auf die Demagogie der rechten Anführer, auf Partys und Musik. Damit sollen vor allem junge Leute in den rechten Nachwuchs integriert werden. „Viele Schüler aus der mittleren Wetterau waren anwesend, zwischen 18 und 20 Jahre“, sagt Balser. Und einer hat das Seminar fotografiert und auf Facebook gepostet. Das führte zur Aussage über Patrick W.s Profil mit einer unterschwelligen Aufforderung zum Terror und zur Autobombe gegen Balser.

Balser war überrascht, als er auf Patrick W. in seinem Seminar einging. Einige hätten die Aussagen Balsers in Abrede gestellt. Sie seien schon lange mit W. befreundet, in den Medien würden seine Veranstaltungen und seine Gruppe „Old Brothers“ völlig übertrieben dargestellt. Noch mehr in Front gingen die Schüler, als Balser seine Powerpoint-Präsentation startete und verdeutlichte, was W. auf dem Kerbholz hat. „Ich kam mir plötzlich vor, als hätte ich Kritik am nordkoreanischen Führer geäußert. Die ganze Argumentation hatte etwas sektenmäßiges“, schildert Balser.

 Die rechte Szene von heute sei nicht mehr eindeutig zu identifzieren. So komme W. etwa aus der Technoszene, habe auch mit Drogen zu tun, normalerweise in der rechten Szene verpöhnt. In den ländlichen Regionen der Wetterau gebe es für die Jugend nur wenig zu tun. Da komme es gerade recht, wenn ein Mensch Partys veranstalte und auch die Illusion einer Gruppenzugehörigkeit verbreite. Bis zu 150 junge Leute kämen zu den regelmäßigen Partys.

450 seien es sogar kürzlich auf einem rechten Konzert in Waldsolms-Brandoberndorf gewesen, und das ganz ohne Werbung. „Da werden E-Mails an Verteiler geschickt, die scharen dann ihren Kreis um sich. Und ganz schnell kommt eine riesige Gruppe zusammen“, sagt Balser. 

Fünf Jahre Versenkung

Die Old Brothers seien vor allem in Echzell, Florstadt, Reichelsheim und Wölfersheim aktiv, einige auch im Main-Kinzig-Kreis. „Es ist eine Sauf- und Feierkameradschaft“, sagt Balser. Das unterscheide die Old Brothers von früheren Bestrebungen, die Wetterau von rechts zu indoktrinieren. So sei der frühere NPD-Landesvorsitzende Marcel Wöll eher ein Traditionalist gewesen. Bei Nazi-Treffen in seinem Hofgut in Butzbach-Hoch-Weisel habe es zum politischen Teil erst Orangensaft gegeben, „das Bier wurde erst später rausgeholt.“ Wöll wollte wohl „aufrechte Kameraden“ mit gefestigter rechtspolitischer Weltanschauung um sich haben, bei Patrick W. geht es wohl mehr um soziale Kontrolle und enge Kontakte. 

Sind die jungen Leute einmal in der Szene, ist es schwer, ihre Euphorie wieder zu bremsen. „In der Vergangenheit ist es uns aber ganz gut gelungen, immer wieder einmal Menschen aus der rechten Szene herauszuholen“, sagt Balser. Einige wählten auch von sich aus den Ausstieg, weil sie vom bürgerlichen Leben mit Frau, Kind und Haus eingeholt würden. „Doch bei manchen bleibt die Einstellung, und nach fünf Jahren in der Versenkung sieht man sie plötzlich wieder in vorderster Reihe bei einer rechten Demonstration mitlaufen.“

Balser ist nicht der einzige, der regelmäßig Bedrohungen empfängt, auch andere Aktive der Antifabi seien betroffen. Viele Bedrohungen werden gar nicht erfasst, weil sie spontan auf der Straße ausgesprochen werden. Doch ernstzunehmen sind alle. 

© Frankfurter Neue Presse 20.03.2012

 

Frankfurter Neue Presse – Als der „Schlitzer“ ins „Brausebad“ einlud

Eigentlich stammt Patrick W. aus Florstadt. Mit seinen Eltern zog er nach Dieburg, dann kam er zurück in die Wetterau, kaufte sich eine Hofreite in Echzell. Die war in den vergangenen Jahren Schauplatz einiger polizeirelevanter Szenen und äußerst fragwürdiger Partys.

W. nennt sich selbst „Schlitzer“. Hintergrund: schon als Jugendlicher soll er einen Ausländer mit dem Messer traktiert haben. Jetzt ist W. 26 Jahre und mehrfach aktenkundig. Wegen Volksverhetzung, Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr (W. soll versucht haben, den Sohn einer gegen rechts engagierten Nachbarin zu überfahren). Er musste deswegen elektronische Fußfesseln tragen. Zwei Bewährungsstrafen wurden widerrufen, W. musste jetzt ins Gefängnis. Grund: Er wurde nach seiner Rückkehr aus den Niederlanden abgepasst, Beamte fanden bei ihm 4,5 Kilogramm Amphetamine und 600 Gramm Marihuana.

Ob er die Drogen auf seinen Partys verkaufen wollte? Bereits am Hoftor wurden Gäste mit einem SS-ähnlichen Totenkopf empfangen. Doch an schlechtem Geschmack kaum zu überbieten war der Zugang zum Partyraum. Die Gäste begaben sich ins „Brausebad“. Dort strömte aus an der Decke montierten Duschköpfen weißer Nebel. Die Reminiszenz an Auschwitz wird von den Gästen heruntergespielt, so wie jüngst auf dem Seminar, das Andreas Balser von der Antifabi in Bad Nauheim gehalten hat (vergleiche Bericht „Er schaut Rechten auf die Finger“).

Den Führungsstil der NPD bezeichnete W. einmal als lasch. Völkische Tradition ist nicht seine Sache, seine Anhänger gruppieren sich aus Techno-Ravern, Hip-Hoppern und anderen Sparten. Doch vor Gewalt schreckt die Gruppe selten zurück.

Die Gemeinde Wölfersheim ist erfolgreich gegen W. vorgegangen. Auf Drängen der Verwaltung kündigte damals der Vermieter W., der dort ein Tätowierstudio eingerichtet hatte. Das Studio befindet sich jetzt ebenfalls auf der großen Hofreite in Echzell. Dort verkaufte W. weiterhin Klamotten, die die angebliche weiße Vorherrschaft glorifizieren, zur Jagd auf Ausländer aufrufen oder Codes wie „Combat 18“ („Kampf Adolf Hitler“) abbilden.

Und die Echzeller haben weiter ihre Sorgen. 2009 randalierten Partygäste vor dem Anwesen, grölten rechte Parolen. Als sich ein Nachbar der Gruppe entgegenstellte, wurde er zu Boden geworfen, geschlagen und getreten. Schließlich wurden ihm Hose und Unterhose ausgezogen, die Szenen wurden auf das Videoportal Youtube gestellt. Später fielen Schüsse auf sein Haus, aus einer Luftdruckwaffe.kop (kop)

© Frankfurter Neue Presse 20.03.2012